Wie lernen Kinder am Besten?

Im Interview mit Frau Odersky

Kinder wollen selbst entscheiden, was sie lernen

Eva Odersky hat als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Grundschulp?dagogik der Ludwig-Maximilians-Universit?t LMU München das Projekt LuKS (Lernumgebungen für Kindergarten und Schule) betreut und arbeitet als freie Autorin für die Elementar- und Primarstufe. Für Ravensburger entwickelte sie unter anderem das tiptoi? Sachbuch ?Mein Lern-Spiel-Abenteuer: Erste Zahlen“. Im Interview berichtet die Didaktik-Expertin, wie Kinder motiviert lernen und wie das audiodigitale System tiptoi? den Unterricht erg?nzt.

Frau Odersky, auf welche Weise k?nnen Kinder Lernstoff am besten aufnehmen?

Eva Odersky: ?Ganz wichtig ist beim Lernen die Motivation. Wenn ich mich für etwas wirklich interessiere, nehme ich es sehr schnell auf. Alle Eltern kleiner Kinder wissen, was diese aus ihrer Umgebung einfach ?aufschnappen“.

Denken Sie nur an den Spracherwerb. Kinder verfügen in der Regel noch über die F?higkeit, das für sie passende Niveau herauszufiltern. Beim motorischen Lernen spricht man vom ?challenge point“: Nur wenn das Training genau zum individuellen K?nnen passt, kann ein Effekt erfolgen. Nun hat ja nicht jedes Kind st?ndig seinen ?Personal Trainer“ zur Seite – und selbst diesem fiele es schwer, in jedem Bereich das Lernniveau genau zu kennen.

Da ist es viel einfacher, sich auf die Kinder selbst zu verlassen, wir müssen eigentlich nur die passende Lernumgebung zur Verfügung stellen.“

An der LMU München besch?ftigten Sie sich ja mit der Gestaltung von Lernumgebungen für Kindergarten- und Grundschulkinder. Wie sollten diese beschaffen sein?

Eva Odersky: ?Eine gute Lernumgebung sollte vielf?ltige Anregungen bereithalten. Dazu geh?rt die Sandkiste genauso wie das Bastelmaterial, das Bilderbuch wie Gesellschaftsspiele, Baukl?tze genauso wie Kuscheltiere. Lernmedien wie das tiptoi? System sind ausgezeichnet geeignet, diese Angebote abzurunden. Mit dem tiptoi? Stift kann man zu jedem Thema auf Entdeckungsreise gehen. Die Kinder tippen einfach an, was sie interessiert und h?ren sich die Informationen an. Der Stift gibt ihnen Feedback und sagt zum Beispiel ?Prima, das hast du richtig gemacht!“. Er ist Kontrolle und motiviert zum Weitermachen. Das hilft, Wissen aufzubauen, zu vertiefen und zu festigen.“

Frau Odersky, Sie entwickeln Lesefibeln, Arbeitsbücher und Spiele für Kinder. Was ist für Sie als Autorin das Besondere an der tiptoi? Technologie?

Eva Odersky: ?Von gro?em Vorteil ist, dass ich die Kinder hier über verschiedene Kan?le ansprechen kann, denn jedes Kind lernt anders. Das eine visuell über Bilder, das n?chste ?be-greift“ vor allem durch aktive Handlungen, das dritte auditiv übers H?ren – und alle Kinder profitieren vom Zugang über m?glichst viele Sinne. Die Kinder finden sich auch inhaltlich in den tiptoi? Büchern wieder. Die Themenwelten sind ihnen meist vertraut: Sei es das Einkaufen, der Besuch im Zoo, der Bahnhof oder der Kindergeburtstag. Die Szenen knüpfen immer an die Umgebung von Kindern an. Was ich als Autorin besonders toll finde, ist die Akustik als zus?tzliche Option. So lassen sich Lerninhalte oft viel besser als mit anderen Medien transportieren, zum Beispiel das Rechnen und Z?hlen in realistischen Situationen, ein ABC-Rap für das Lesen- und Schreibenlernen oder das so wichtige H?ren von Lauten. Ich kann mit tiptoi? eine viel gr??ere Bandbreite an Inhalten und Zug?ngen abdecken als mit reinen Print-Produkten. Und das Gelernte bleibt auch viel besser im Ged?chtnis verankert.“

Und was sagen Ihre Kinder zu tiptoi?? Ist der orangefarbene Stift ihr Lieblingslehrer?

Eva Odersky: ?Natürlich spielen meine Kinder gern mit tiptoi?. Ich beobachte den gro?en Reiz, den das System ausübt, immer wieder. Etwa wenn Freunde zu Besuch sind, die tiptoi? bei uns entdecken. Das System ist schon sehr abwechslungsreich. Die Kinder k?nnen sich Texte vorlesen lassen, Bilder anschauen, Ger?usche suchen und Lieder anh?ren, sie l?sen R?tsel und Aufgaben und spielen Spiele. Es macht einfach mehr Spa?, Bilder, Zahlen, Mengen oder W?rter anzutippen, als die L?sungen aufzuschreiben. Und mal ehrlich: Keine Mutter und auch keine Lehrerin ist so geduldig wie der Stift. Er erkl?rt auch zum x-ten Mal den gleichen Sachverhalt, singt das Lieblingslied wieder und wieder und spielt unermüdlich das gleiche Spiel mit. Auf diese Weise werden oft ganz unbewusst Wissens- und Lernthemen vom Vormittag in die Spielzeit am Nachmittag transportiert, und das erg?nzt natürlich sehr sch?n den schulischen Unterricht.“
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